Flores medical - multisonic - Inhalation mit Ultraschall

Kardiologie/Pneumologie

Reversibilitätstestung

Die Indikation zur Durchführung einer Reversibilitätstestung bei Patienten mit nachgewiesener PH ist in den letzten Jahren nach initialer Zurückhaltung großzügiger gestellt worden. Wurden zu Beginn nur Patienten mit idiopathischer PH einer Reversibilitätstestung zugeführt, haben die Entwicklung neuer Medikamente und deren Behandlungsspektrum dazu geführt, auch Patienten mit PH anderer Genese der Testung zuzuführen. Die Behandlung dieser Patienten wird teils noch in Studien untersucht. Ziel aller Maßnahmen, ob idiopathische pulmonalarterielle Hypertonie (PAH) oder PH-assoziierte Erkrankungen, ist die Senkung der Belastung des rechten Herzens und somit die Verbesserung der Symptome und des Überlebens bei adäquater Lebensqualität.
Initial sollten mittels der Reversibilitätstestung die Patienten identifiziert werden, die von einer hochdosierten Therapie mit einem Calciumantagonisten profitieren. Da die Testung mit hochdosierten Calciumantagonisten mit einem hohen Risiko schwerer Hypotonien behaftet ist, wird diese alternativ mit inhalativem Stickstoffmonoxidgas (NO) oder Iloprost durchgeführt. In den letzten Jahren hat sich in einigen Zentren Deutschlands jedoch
die akute Testung einzelner Medikamente im Hinblick auf deren therapeutische Wirksamkeit durchgesetzt. Hierzu sind in den verschiedenen Zentren diverse Protokolle entwickelt worden.
Ein häufig verwendetes Kriterium für einen positiven Reversibilitätstest ist die Abnahme des mittleren pulmonalarteriellen Drucks um mindestens 10 mmHg auf Werte < 40 mmHg. Diese Patienten werden dann als Responder bezeichnet.
Nur noch bei diesen Patienten ist ein Therapieversuch mit hochdosierten Calciumantagonisten gerechtfertigt. Sind die Patienten jedoch im Stadium NY-HA (New York Heart Association) III oder IV, gilt insbesondere in den letzten 2 Jahren auch diese Therapieform als obsolet.

Medikamente zur Reversibilitätstestung
Gemäß den Empfehlungen der PAH-Weltkonferenz in Evian 1998, modifiziert 2003 in Venedig, werden für die Reversibilitätstestung kurz wirksame Medikamente verwendet. Die zu verabreichende Testsubstanz wird im Anschluss an entsprechende reproduzierbare Basismessungen durchgeführt. Bei Medikamenten mit längerer Halbwertszeit (HWZ) werden Mehrfachmessungen, in der Regel in einem festgelegten zeitlichen Abstand, z.B. alle 2 h, durchgeführt. Nach erneutem Erreichen einer reproduzierbaren Ausgangssituation wird die nächste Testsubstanz verabreicht.
Im Hinblick auf die Entwicklung neuer Therapien sind Testsubstanzen mit längerer sog. intermediärer HWZ von mehreren Stunden bis zu 1 Tag in ersten Studien untersucht worden. Neben der Wirksamkeit ist auch die Wirkdauer von Bedeutung, die individuell schwanken kann. Hiermit ist eine Abschätzung der Einnahmeintervalle möglich. Zu diesen Testsubstanzen mit intermediärer HWZ zählen zurzeit vor allem die Phosphodiesterasehemmer (PDI).

Pulmonal selektive Vasodilatation mit inhalativen Prostanoiden
Über den direkten Zugang über den Luftweg zu den Widerstandsgefäßen der Lunge ergibt sich die Möglichkeit, pulmonal selektive Substanzen auf die Gefäße wirken zu lassen. Durch die inhalative Anwendung von Iloprost werden pulmonale Selektivität mit vasodilatativer Potenz sowie antiproliferativen und antiinflammatorischen Effekten kombiniert. Neben seiner pulmonalen Selektivität zeichnet sich Iloprost durch eine länger anhaltende pulmonale Gefäßdilatation aus als die initial verwendeten intravenösen Prostanoide.
Die Behandlung der PH mit Iloprost über speziell entwickelte Ultraschallvernebler ist eine bedeutende und gut wirksame Therapie. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von Iloprost bei Patienten mit PH. Erste Langzeituntersuchungen zeigen ebenfalls eine Verlängerung des Überlebens. Aufgrund seiner raschen Wirksamkeit eignet sich inhalatives Iloprost sehr gut als Testsubstanz im Rahmen der Reversibilitätstestung.

(Auszug aus Herz, Volume 30, Number 4, Juni 2005, Dr. Konorza et. al., Westdeutsches Herzzentrum Essen)